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Zeitfedern

Chronometer für ein Verwaltungsgebäude – Stuttgart 1998

7 Objekte aus geformten Acrylglas mit Bildfolien beschichtet, Aufhängung Stahlseile,

höhenverstellbar über zeitgesteuerte Motoren.

Die württembergische Versicherung hat ihren Verwaltungsgebäuden im Zentrum Stuttgarts ein weiteres hinzugefügt.  Das Herz dieses Neubaus ist ein mit Glas überdachtes Atrium. In diesen Lichthof blicken die, die hier arbeiten.

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Wer das Versichern zum Thema seiner Arbeit gemacht hat, denkt an die Zeit. Die Zeit der Zukunft, in welcher sich Dinge und Bedingungen, damit Leben verändert, sich wandelt. Da das Maß und die Dauer des Wandels nicht zu berechnen sind, versichert man sich.  Hier strukturiert sich Zeit in einer völlig anderen Art, als dies die Einteilung in Sekunden, Minuten, Stunden, Tage, Wochen Monate und Jahre tut. Messen und Erleben von Zeit sind zwei verschiedene Sachverhalte.

Diese Erfahrungen machen auch diejenigen, die in dem Gebäude arbeiten.  Im Arbeits-prozess ist Zeit die bestimmende Größe und wichtigste Ressource. Doch Arbeitszeit, die von den Arbeitenden erlebte Zeit, hat nicht die Stetigkeit des wan-  dernden Zeigers, sondern ist komprimierte Kürze im Stress oder quälende Länge in nachmittäglichen Sitzungen.

Das künstlerische Konzept thematisiert die Zeit, ihren Rhythmus und den Wandel, der sich in ihr vollzieht, ihre doppelte Eigenart von Messbarkeit und Erlebbarkeit. 

Sieben gläserne Federn durchmessen in langsamen, zeitlupenartigen Fall den weiten Raum des Atriums, indem sie  vom gläsernen Himmel des Daches herabschweben. Diese Bewe-gung dauert einen ganzen Arbeitstag.  Durch den immer gleichen Rhythmus können die Mitarbeiter die Zeit an der Position der Federn ablesen. Die Langsamkeit der Bewegung schafft einen neuen Zeitrhythmus.