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Macht der Symbole

Fahnenverbrennungen am Kreml – Moskau 1995
24 Gazefahnen, 120/400 cm, verbrannt 
Anlässlich einer Ausstellung  in der MANEGE Central Exhibition Hall in Moskau wurden am 15.9.95 vierundzwanzig mit Symbolen bedruckte Fahnen nach Moskau transportiert und dort zwischen der alten Reithalle des Zaren, der Manege und der Kremlmauer verbrannt.

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Moskau ist ein Ort der konträren Symbole. Die alten Symbole möchte man gern eliminieren und vermisst sie doch als Teil der eigenen Geschichte. Die neuen Symbole sind verknüpft mit der Hoffnung auf ein besseres Leben und doch wirken sie als Zeichen einer anderen, fremden und beunruhigenden Welt.

Die Verbrennung erfolgte vor Publikum. Symbole waren unter anderem der rote Stern und der Stern von Mercedes, das M von MacDonald, Hammer und Sichel sowie das Christen-kreuz. Das Verbrennen des Mercedessterns provozierte wesentlich mehr Unmut als das Verbrennen von Hammer und Sichel.  Die Reste wurden im Ausstellungsraum als Reliquien verwahrt.

Ihnen wurden 24 kleine Reliquienschreine aus Acrylglas zugeordnet.  Diese Schreine bargen Dinge des Alltags. Ein Stück Seife, ein Büschel Haar, zerknülltes Papier, gesammelt in Moskau in den Tagen der Ausstellungsvorbereitung. Die Öffnung, die es dem Betrachter erlaubt in den Schrein zu schauen, hat die Form eines der auf den Fahnen verbrannten Symbole.

Am 14.3.2004 brannte die Manege vollständig nieder. Offiziell wurde ein Kurzschluss als Brandursache angegeben. Dagegen vermutete die Moskauer Presse Brandstiftung.