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Brandwand

Brandspuren in einem Verwaltungsgebäude für Feuerversicherung – Stuttgart 1992

12 Stelen aus verbranntem Material, H 285 cm

Die Württembergische Gebäudebrand-Versicherungsgesellschaft (heute SV Versicherung) versichert gegen Feuer, Wasser, Sturm und Erdbeben. Sie hat auf ihr bestehendes Verwaltungsgebäude in der Stuttgarter City ein weiteres Geschoss bauen lassen, in welchem Tagungs- und Sitzungsräume untergebracht sind. In diesem, mit edlen und glatten Materialien ausgestatteten Konferenztrakt wurden 12 Stelen in 12 Wanddurchbrüchen installiert.

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Die Stelen bestehen aus zerstörtem Material; aus geätztem Kupfer, geglühtem Stahl, geschmolzenem Aluminium und gebranntem Holz.

Die Objekte inszenieren in einer heilen, intakten Umgebung die Poesie des Destruktiven. Sie weisen auf die übermenschliche Gewalt der Elemente hin. Nur das Ausmalen von der Zerstörungswucht des Feuers reicht allein nicht aus. Erst der Blick auf die verbogenen, geschmolzenen, zerrissenen, zerborstenen Formen macht Gewalt begreiflich.

Die Überraschung, mit der ein unvorhergesehenes Ereignis in den kontinuierlichen Fluss der Zeit und der Tagesabläufe einbricht, wird sichtbar. Diese Objekte haben ihr Aussehen nicht in Zeiträumen erhalten, in denen zum Beispiel ein Tropfen den Stein höhlt, sondern in kurzen Zeitpunkten äußerster Überraschung. Auch seine statistische Wahrscheinlichkeit nimmt dem Ereignis für die Betroffenen nichts von seiner Plötzlichkeit. Die Objekte zeugen von der Überraschung in der Zeit.

Die Versicherungsgesellschaft zog 2004 in ein neues Gebäude. Die Stelen wurden am neuen Standort wieder aufgebaut.