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Grundsteinlegung für ein Museum – Stuttgart 2002

1 Glaszylinder mit Glasdeckel, 200/60 cm, ca. 2500 Kleinodien

Dem Ritual der Grundsteinlegung für den  Neubau des Kunstmuseums von Stuttgart wurde   durch diese  künstlerische Intervention neue Bedeutung gegeben.

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Rituale sind mehr als events. Rituale können sich nicht nur, sie sollen sich wiederholen. Rituale bewirken, dass die, die dabei waren, sich dazugehörig fühlen. Die heutigen Rituale am Bau, also Spatenstich, Grundsteinlegung, Richtfest und Einweihung sind zu einem ausgetrockneten und langweiligen Akt verkommen.

Dabei ist die Grundsteinlegung  ein gewichtiger Moment beim Bau eines Hauses. Hier wird für alle, auch für die nachfolgenden Generationen ein Zeichen gesetzt. Der Grund, welcher im tatsächlichen und im übertragenen Sinne, unsicher, unabwägbar, roh war, wird durch diesen Stein versiegelt, sicher gemacht. Jetzt kann man auf diesem Grund bauen. 

4 Tage vor der Grundsteinlegung wurde direkt vor der Baustelle ein gläserner Zylinder aufgestellt. Über 2500 Kleinodien, Liebgewordenes und Andenken wurden von der Stuttgarter Bevölkerung in diesen Zylinder hineingelegt. Für den Tag der Grundsteinlegung wurde ein großes kreisrundes Loch in dem Betonboden des Hausgrundes ausgespart. Zu Beginn des rituellen Aktes stieg Dampf aus dem Loch empor und machte dadurch sichtbar, dass darunter etwas anderes, unsicheres war.

Nachdem der Zylinder mit einem gläsernen Deckel geschlossen wurde, hob ihn der Kran in die Baugrube. Indem er langsam abgesenkt wurde, schloss er das rauchende Loch. Der Grundstein liegt heute abgedeckt im Tiefgeschoss des Kunstmuseums und soll zu einem besonderen Ereignis wieder sichtbar gemacht werden.